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50 Jahre Martin-Buber-Bibel
Projekt: „Die Schrift“, verdeutscht von Martin Buber in Verbindung mit Franz Rosenzweig, Köln und Olten1962. Veranstaltungskonzept zum 50. Jahrestag der Publikation im Herbst 2012
Im Jahr 1961 schloss Martin Buber seine Arbeit an der Verdeutschung der Hebräischen Bibel ab, die er 1925 zusammen mit Franz Rosenzweig begonnen hatte. Mit dem Erscheinen des vierten Bandes im Jahre 1962 im Verlag Jakob Hegner (Olten und Köln) lag die Gesamtausgabe komplett vor.
Übersicht
Martin Buber (1878-1965) Schriftsteller, Denker (theologischer, philosophischer), Übersetzer, Erzieher, politisch Denkender, Handelnder - und in allem Jude. Im Kern religiöser Denker, wollte er »eine Religion, in der der einzelne Gott anreden und von Gott angeredet werden konnte, aber eine solche, in der ein Reden über Gott ausgeschlossen war«. Und da war, am tiefsten beeindruckend, »seine alles durchdringende Sorge nicht um Theorien, sondern um das lebendige Du« (Walter Kaufmann).
»Buber war von keiner Partei. Deswegen konnte und kann er für alle da sein. [...] Er hat, im Hoffen und Leiden, das jüdische Schicksal unserer Zeit seinem höchsten Anspruch nach, als Einheit von Gedanke und Person, von Wissen und Glaube vorgelebt.« (Helmut Kuhn)
»Du sollst dich nicht vorenthalten«, schrieb Buber in seinem Aufsatz Was ist zu tun? von 1919. Er sagte dieses Wort (mit dem er auf Dtn 22, 3 fußt) immer wieder, bis ins hohe Alter, zu Menschen, die sich an ihn wandten. Man muß diesen Satz mitdenken, wenn man sich mit Martin Buber und seinem Werk auseinandersetzt: Es hat keinen Sinn, Buber zu »studieren«, wenn das, womit man sich einläßt, einen unberührt und unverändert läßt. »Letzten Endes appelliere ich an das wirkliche und mögliche Leben meines Lesers. Die Intention meiner Schriften ist wirklich eine ganz intim dialogische.«
Appell an das wirkliche und mögliche Leben: wenn bei Buber von »Dialog« die Rede ist, dann im Sinne des Einander-Zuwendens aus einer bestimmten Haltung heraus, eines Wandels vom bloß faktischen zum möglichen, einem wirklichen Leben. »Dialog« meint nicht das simple »Redet miteinander«.
Wer auf Buber zugeht, muß sich öffnen, bereit sein, auch Ungewohntes zu verstehen und zu bedenken, Bubers Gedanken zu folgen - so, wie der Bibelübersetzer Buber vom Leser erwartet, daß er lese und höre, was dort steht, »ohne Vorwegnahme und ohne Vorbehalt«: »Er glaubt nichts von vornherein, er glaubt nichts von vornherein nicht.«
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